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Archiv analog - Archiv digital : Malerei

Archiv analog – Archiv digital

Mit einer digitalisierten Ausstellung von Hauptwerken seines Archivbestands möchte der BBK LEIPZIG e.V. sein Vor- und Nachlassprojekt vorstellen. Jenen, die noch keine Gelegenheit hatten, das „analoge“ Archiv im Museum für Druckkunst kennen zu lernen, begegnen jetzt auf dem Bildschirm Gemälde, Handzeichnungen und Druckgraphiken von sechs Künstler*innen, die sich mit ihrer Arbeit in Leipzig verortet und solchen, die eine enge Verbindung zur Leipziger Kunstszene unterhalten haben.

Der Maler und Performancekünstler Georg Brendel (*1943) ist Leipziger Urgestein. Von ihm sind in diesem Jahr gebrauchsgraphische Arbeiten zu uns gelangt, darunter etliche Plakate zu regionalen Ereignissen und Entwurfszeichnungen aus den frühen 1970er Jahren für das Leipziger Tapetenwerk. Zwei dieser jetzt wieder sehr „modernen“ Designs sind in die Ausstellung einbezogen worden.

Rosemarie Kaufmann-Heinze (1948-1998) gehörte als Gründerin der SESAM-Presse und Organisatorin der 1. Alternativen Buchmesse in Leipzig zu den markanten Grafiker*innen in Sachsen. Aus ihrem Nachlass, den wir in Teilen an das Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek und an die Kunsthalle der Sparkasse weitervermittelt haben, zeigen wir Illustrationen zu Klassikern der Weltliteratur. Im Vermitteln der uns anvertrauten Vor- und Nachlässe sehen wir von Anbeginn eine unserer Hauptaufgaben.

Zur Freude von Graphikliebhabern sind durch familiäre Verbindungen Hauptwerke des früh verstorbenen Ingo Kirchner (1930-1983) in unser Archiv gelangt. Kirchners international prämierte Arbeiten sind durch die gewachsene Vernetzung des BBK LEIPZIG e.V. mit anderen Kunstorten aktuell in Ausstellungen zur DDR-Avantgarde und zum 100jährigen BAUHAUS-Jubiläum vertreten.

Karl Oppermann (*1930), langjähriger Professor an der Universität der Künste Berlin ist durch die Ausstellungsreihe Korrelationen zu uns gestoßen; die Korrelationen führen in der Regel zwei oder mehrere Generationen zusammen: Künstlerfamilien, Lehrer und Schüler. Letzterer hatte sich mit seinem Leipziger Schüler Karl Anton zusammengetan. Während seines Aufenthaltes in Leipzig konnte sich Oppermann einen Eindruck von unserer Archivarbeit verschaffen und entschloss sich zur Übergabe mehrer seiner Hauptwerke aus dem Bereich Malerei. Fünf Jahrzehnte seines Schaffens sind nun im Archiv des BBK LEIPZIG e.V. dokumentiert.

Die Porträtistin Brigitte Pordedda (1936-2015), um die es längere Zeit still geworden war, gehört zu den herausragenden Maler*innen der Leipziger Schule. Nach plötzlichem Atelierverlust war die Betreung ihrer Bilder gefährdet. Der BBK LEIPZIG e.V. hat spontan bei der Sicherung geholfen. Mit der Übernahme ihrer Kernwerke vor sechs Jahren fiel der eigentliche Startschuss für seine Archivarbeit. Durch mehrfache Präsentation ihrer Bildnisse in unseren Räumen konnte das Interesse öffentlicher Sammlungen geweckt werden.

Siegfried Ratzlaff (1934) hatte über mehrere Jahrzehnte eine Professur am Institut für Kunstpädagogik der Leipziger Universität inne. Zusammen mit seiner Familie hat er aus Zeichnungen, Druckgraphiken und Malerei ein Hauptwerk definiert, das dem BBK LEIPZIG e.V. nun zur fachlichen Betreuung zur Verfügung steht. Für die digitale Ausstellung haben wir frühe Handzeichnungen und Druckgraphiken ausgesucht.

Durch die Unterstützung der Sächsischen Sparkassenstiftung und des Förderkreises des BBKL e.V. konnte das Vor- und Nachlassarchiv des BBKL e.V., das im Kontext sächsischer Künstlervereinigungen Vorreiterrolle übernimmt, digitalisiert werden. Dafür vielen Dank!